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Essigsäure

Geschmack & Cupping

Einfach erklärt

Essigsäure ist die scharfe Verbindung, die Essig essigartig macht. Bei der Kaffee-Fermentierung bedeutet zu viel davon ein fehlerhaftes, saures Lot – aber ein wenig, gezielt eingesetzt, kann fruchtige Frische hinzufügen.

Was ist Essigsäure im Kaffee?

Essigsäure ist die organische Säure, die für den scharfen, essigartigen Geschmack und Geruch von Essig verantwortlich ist. Bei der Kaffeeverarbeitung wird sie von Essigsäurebakterien (AAB) produziert – obligat aerobe Organismen, die Ethanol (entstanden durch Hefefermentation) in Gegenwart von Sauerstoff in Essigsäure umwandeln.

In den meisten Verarbeitungszusammenhängen gilt das Vorhandensein von Essigsäure in signifikanten Mengen als Defekt – ein Symptom für eine Fermentierung, die zu lange, bei zu hoher Temperatur oder unter Bedingungen stattgefunden hat, in denen sich AAB unkontrolliert vermehrt haben. Kaffees mit Fermentdefekt schmecken scharf sauer, essigartig oder nach faulendem Obst – was Verkoster manchmal als Kompost- oder Salatdressingsnoten beschreiben.

In niedrigen Konzentrationen trägt Essigsäure jedoch zur Wahrnehmung von fruchtiger und blumiger Frische in der Tasse bei – Forschungen haben gezeigt, dass sie den sensorischen Charakter von Kaffee bei kontrollierten Mengen tatsächlich verbessern kann. Dies ist die Grundlage der absichtlichen acetic Verarbeitung, bei der Produzenten gezielt das Wachstum von AAB unter kontrollierten aeroben Bedingungen fördern, um komplexe Fruchtigkeit statt Defekt zu erzeugen. Die Grenze zwischen kontrollierter acetic Komplexität und unangenehmem Fermentdefekt ist schmal und wird hauptsächlich durch die Konzentration bestimmt. Das Verständnis von Essigsäure hilft zu erklären, warum Fermentfehler so schmecken, wie sie es tun, und warum einige experimentelle Prozesse bewusst dieselben Bakterien fördern, die sie verursachen.