Aufsteigen: So überträgst du deine Bullet R1 Röstprofile auf die R2 und R2 Pro
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Jahrelang war der Aillio Bullet R1 der unangefochtene Schwergewichtsmeister unter den Tischröstern. Doch mit der Einführung des Bullet R2 (1700W / 10 Schritte) und R2 Pro (2300W / 14 Schritte) steigen viele Röster auf die nächste Generation um.
Die größte Herausforderung beim Auspacken deiner glänzenden neuen Maschine? Deine bewährten R1-Röstprofile zu übersetzen.
Da die R2-Serie die internen Induktionsplatinen und die Leistungsabstufung komplett überarbeitet hat, kannst du deine alten Werte nicht einfach eins zu eins übernehmen. Hier erfährst du genau, wie die neuen Leistungsschritte aussehen und wie du deine Profile manuell übersetzt, ohne eine Charge Specialty Coffee zu ruinieren.
Die Leistungsskalen entschlüsseln: R1 vs. R2 vs. R2 Pro
Der klassische Bullet R1 erreicht maximal 1550W aufgeteilt auf 9 Leistungsschritte (P1–P9).
Als Aillio den R2 und R2 Pro entwickelte, haben sie das gleiche 1550W-Fenster nicht einfach in kleinere Segmente unterteilt. Stattdessen wurde die maximale Leistung der Geräte deutlich erhöht, um Röster mehr Spielraum und schnellere Erholungszeiten zu bieten.
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Der Bullet R2 hebt die Obergrenze auf 1700W über 10 Schritte an.
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Der Bullet R2 Pro erreicht bis zu 2300W über 14 Schritte.
Da die zugrundeliegende Watt-Berechnung je nach Modell variiert, lassen sich die Schrittzahlen nicht linear übertragen. So verteilt sich die rohe Leistung ungefähr:
| Leistungsschritt | Bullet R1 (Max 1550W) | Bullet R2 (Max 1700W) | Bullet R2 Pro (Max 2300W) |
| P1 | ~200W | ~170W | ~165W |
| P3 | ~500W | ~510W | ~495W |
| P5 | ~850W | ~850W | ~825W |
| P6 | ~1000W | ~1020W | ~1000W |
| P7 | ~1200W | ~1190W | ~1150W |
| P9 | 1550W (Max) | ~1530W | ~1485W |
| P10 | — | 1700W (Max) | ~1650W |
| P11 bis P14 | — | — | Bis zu 2300W (Max) |
Die Vorlage für die manuelle Übersetzung
Da RoasTime keinen automatischen „Profil-Konverter“ bietet, um die Hardware-Befehle zwischen den Generationen zu übertragen, solltest du dein altes R1-Profil als Hintergrund-Overlay-Vorlage auf dem Bildschirm fixieren und deine Anpassungen manuell anhand der folgenden Zonen vornehmen.
Der Sweet Spot: Der Mittelbereich (P5 bis P7)
Wenn dein R1-Profil stark auf den Mittelbereich setzt, um deine Rate of Rise (RoR) durch die Maillard-Phase zu steuern, hast du Glück. Zwischen 850W und 1200W stimmen die Schritte bei allen drei Geräten fast perfekt überein.
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R1 P6 (~1000W) entspricht exakt R2 Pro P6 und ist praktisch identisch mit R2 P6.
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Wenn du normalerweise auf P6 oder P7 heruntergehst, um auf deinem R1 in den First Crack zu gleiten, kannst du diese genauen Stufenzahlen in der Regel auch auf dem R2 oder R2 Pro verwenden.
Die Verschiebung: Das obere Ende (R1 P8 bis P9)
Hier stolpern R1-Nutzer normalerweise. Beim R1 ist P9 dein absolutes Maximum. Bei den neuen Maschinen liegt diese Energiemenge viel weiter unten auf der Skala.
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Um die maximale Leistung eines R1 auf dem Standard-R2 zu replizieren, solltest du P9 verwenden.
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Um die maximale Leistung eines R1 auf dem R2 Pro zu replizieren, musst du tatsächlich auf P10 hochschalten.
Unbekanntes Terrain: P11 bis P14 (nur R2 Pro)
Wenn du auf den R2 Pro umsteigst, geben dir die Stufen 11 bis 14 Zugang zu einer enormen thermischen Energiereserve, die das R1 einfach nicht erreichen konnte.
Du wirst diese Stufen nicht nutzen, um alte R1-Profile zu replizieren, aber du wirst sie nutzen, um die neue maximale Kapazität von 1,2 kg der Maschine auszureizen. P12 bis P14 erlauben es dir, größere Chargengrößen zu laden oder blitzschnelle Vorheizungen zu erreichen, ohne einen sofortigen RoR-Absturz zu riskieren, wenn der Rohkaffee die Trommel trifft.
Die geheimen Variablen: Effizienz & Luftstrom
Wenn du deine übersetzten Profile zum ersten Mal testest, behalte zwei massive Hardware-Verbesserungen im Hinterkopf, die beeinflussen, wie der Kaffee die Hitze verarbeitet:
1. Präzision der Leistungsabgabe
Der R1 hat eine Leistungsabgabe-Fehlertoleranz von etwa ~2%, was bedeutet, dass lokale Spannungsschwankungen in deinem Gebäude deine Röstung subtil beeinflussen können. Der R2 und R2 Pro reduzieren diese Varianz auf scharfe ~0,5%. Die Hitze ist sauberer, schneller und viel effizienter – daher kann sich dein R2-Profil etwas aggressiver anfühlen als dein altes R1-Diagramm, selbst wenn die Wattzahlen übereinstimmen.
2. FlowSense™-Technologie
Beim R1 verlangsamt ein verstopfter Pergamentfilter den konvektiven Luftstrom im Verlauf von aufeinanderfolgenden Röstungen. Die R2-Serie führt FlowSense ein, das den Druck aktiv überwacht und anpasst, um den tatsächlichen Luftstrom gleichmäßig zu halten. Da deine Lüftergeschwindigkeiten jetzt völlig stabil sind, musst du am Ende deiner Röstungen nicht mehr mit zusätzlichen Leistungsanpassungen überkompensieren.
Das Urteil
Lass dich nicht von den neuen 10- und 14-stufigen Bedienfeldern einschüchtern. Betrachte die Mitte der Skala (P5–P7) als deinen Anker, denk daran, dass dein altes R1 bei P9/P10 auf den neuen Geräten sein Maximum erreicht, und nutze den zusätzlichen Spielraum, um mit größeren Chargen und schärferen Röstprofilen als je zuvor zu experimentieren.