Was Trumps Zollumkehr für den globalen Kaffeehandel bedeutet
Eine turbulente Woche für die US-Kaffeepolitik
Die vergangene Woche hat die weltweite Kaffeediskussion neu gestaltet. Nach monatelanger Volatilität haben die Vereinigten Staaten fast alle Zölle auf Rohkaffeeimporte aufgehoben. Das ist ein deutlicher Bruch mit dem früheren Ansatz der Regierung und erfolgt nach einem anhaltenden Anstieg der Lebensmittelpreise und wachsender öffentlicher Frustration. Politischer Druck – nicht strategische Planung – hat die Wende erzwungen, besonders da die Lebenshaltungskosten in den USA zu einem entscheidenden Thema wurden und die Kritik an der wirtschaftlichen Handhabung der Regierung zunahm.
Kaffee war von Anfang an eine ungewöhnliche Wahl für Zölle. Die USA können Kaffee nicht in nennenswertem Umfang produzieren. Hawaii trägt weniger als 1 % zur weltweiten Produktion bei, der Rest muss aus dem Coffee Belt importiert werden. Als die Zölle Anfang des Jahres eingeführt wurden, stiegen die Preise stark an. Kaffee wurde bis zum frühen Herbst um mehr als 40 % teurer im Jahresvergleich. Das war für niemanden in der Branche überraschend, aber es hat Röster und Verbraucher mit den Folgen einer Politik zurückgelassen, die die Preise im Namen der Selbstversorgung in die Höhe trieb.
Der Rückzug und was er verändert
Die Rücknahme der letzten Woche beseitigte Zölle auf mehr als 200 Agrarprodukte, darunter Kaffee, Orangensaft, Bananen und Rindfleisch. Für Dutzende von Produktionsländern fielen die Anfang des Jahres eingeführten 10 % Zölle sofort weg. Auch höhere Zölle auf asiatische Kaffeeproduzenten wurden aufgehoben, sodass sie direkten Zugang zum US-Markt ohne zusätzliche Abgaben erhielten.
Diese Änderungen stellen keine neue langfristige Strategie dar. Sie spiegeln die politischen Kosten steigender Lebensmittelpreise und schlechter Umfragewerte zur Bezahlbarkeit wider. Unter dem Druck der Regierung wurde die Zollstruktur, die zur Inflation beitrug, abrupt aufgehoben. Die Hoffnung in Washington ist, dass die Einsparungen bei den Importen schließlich in niedrigere Einzelhandelspreise umgemünzt werden. Das hängt davon ab, wie Großhändler und Einzelhändler die Kosten weitergeben.
Brazils Ausschluss und der politische Hintergrund
Brasilien – verantwortlich für etwa ein Drittel aller US-Kaffeeimporte – war zunächst der Ausreißer. Ein 40 % Zoll auf brasilianischen Kaffee blieb bestehen, während andere Zölle aufgehoben wurden. Dies wurde weithin als politisch motiviert verstanden. Brasilien war Anfang des Jahres im Zusammenhang mit der Strafverfolgung des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro ins Visier geraten. Die Entscheidung verzerrte den Markt, machte die Beschaffung in den USA teurer und setzte kleinere Herkunftsländer unter Druck, die Lücke zu füllen.
Brasilien drängte auf eine eigene Vereinbarung und begann Verhandlungen für ein separates bilaterales Abkommen. Der weltweit größte Kaffeeexporteur fand sich vorübergehend vom größten Markt ausgeschlossen durch eine Handelspolitik, die bereits als unberechenbar und wirtschaftlich schädlich kritisiert wurde.
Eine zweite Kehrtwende in weniger als einer Woche
Am Ende der Woche fiel die letzte Hürde. Die USA hoben den 40 % Zoll auf brasilianischen Kaffee auf, datierten die Änderung auf den 13. November zurück und bestätigten, dass seit diesem Datum erhobene Zölle erstattet werden. Damit enden effektiv die Zollschwankungen, mit denen Kaffeehändler seit August zu kämpfen hatten.
Auch Zölle auf brasilianisches Rindfleisch, Kakao und Obst wurden aufgehoben. Diese Änderungen kommen zu einer Zeit, in der extremes Wetter das Angebot von Kaffee und Kakao verknappt und die Preise steigen lässt. US-Beamte haben angedeutet, dass die Senkung der Importsteuern zur Stabilisierung der Preise beitragen könnte, wobei unklar bleibt, wie schnell Einsparungen bei den Verbrauchern ankommen.
Auswirkungen auf die Produktionsländer
Die schnellen Veränderungen zeigen, wie anfällig Produktionsländer für politische Entscheidungen sind, die weit entfernt vom Ursprungsort getroffen werden. Die Kaffeeproduktion hängt von langen Zyklen ab. Über Nacht getroffene politische Entscheidungen können Handelsströme, Landekosten und Einkaufsstrategien sofort verändern.
Da nun alle Kaffeezölle aufgehoben sind, sollte sich der US-Markt beruhigen. Einige Herkunftsländer könnten die Aufmerksamkeit behalten, die sie während der Benachteiligung Brasiliens gewonnen haben. Besonders Asien könnte anhaltendes Interesse erfahren, wenn US-Käufer sich für Diversifikation entscheiden, statt sich stark auf einen einzigen Lieferanten zu verlassen. Diese Veränderungen hängen von Preisgestaltung, Zuverlässigkeit und der Risikobereitschaft der Röster ab, die gerade eine Phase der Unsicherheit durchlebt haben, die vollständig durch Politik und nicht durch Angebot verursacht wurde.
Für Brasilien war die Woche eine Erinnerung daran, wie verletzlich selbst die größten Exporteure sind, wenn Handel zum politischen Instrument wird. Für kleinere Produzenten unterstreicht sie, wie wichtig eine stabile, vorhersehbare Handelspolitik für die Nachhaltigkeit des Sektors ist.