Rösten am Ursprungsort: Wie afrikanische Länder den Kaffeehandel neu gestalten
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Einer der größten Mängel im globalen Kaffeegeschäft ist, wo der Wert landet. Diejenigen, die den Kaffee anbauen, erhalten den kleinsten Anteil am Wert – das Geld wird weiter unten in der Kette verdient. Dieser Wert entsteht beim Rösten, Branding und Einzelhandel, die fast alle weit entfernt vom Ursprung stattfinden.
Es gab Bemühungen, dieses Ungleichgewicht anzugehen – zum Beispiel Direkthandel – aber die meisten sind in Konsumländern konzipiert. Sie können das Einkommen der Produzenten steigern, verschieben aber nicht, wo die Macht liegt.
Afrika versucht jedoch etwas anderes.
Mehr als 60 Millionen Menschen in ganz Afrika sind auf Kaffee für ihren Lebensunterhalt angewiesen, und er ist ein wichtiger Bestandteil vieler Volkswirtschaften. Aber derzeit verlassen 90 % der afrikanischen Kaffeeexporte den Kontinent als rohe grüne Bohnen. Das bedeutet, dass auch der Großteil des Gewinns abfließt.
Der 3. G25 African Coffee Summit will das ändern. Er bringt 25 kaffeproduzierende Länder mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: mehr Wert innerhalb des Kontinents zu schaffen. Auf seinem dritten Gipfel im Februar setzten die Führungskräfte ein ehrgeiziges Ziel – bis 2035 sollen mindestens 50 % des afrikanischen Kaffees lokal geröstet und gehandelt werden.
Das bedeutet Investitionen in lokale Röstereien. Es bedeutet auch, die Menschen zu ermutigen, Kaffee in Afrika zu trinken, nicht nur anzubauen. Die Inter-African Coffee Organisation hat die Ironie hervorgehoben: Afrika ist einer der größten Exporteure der Welt, aber einer der kleinsten Verbraucher. Das ist etwas, das Regierungen jetzt ändern sollen – durch Unterstützung lokaler Unternehmen und Verhaltensänderungen.
Rösten am Ursprung eröffnet besser bezahlte Arbeitsplätze, stärkere heimische Industrien und mehr Kontrolle über Branding und Qualität. Es stellt aber auch das koloniale Modell infrage, das den globalen Handel noch immer prägt. Wenn afrikanische Röster und Marken wachsen, könnten wir weniger Beschaffung und mehr Partnerschaft sehen – und völlig neue Kaffee-Stile und -Kulturen, die aus dem Kontinent entstehen.