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Rioy

Anbau & Verarbeitung

Einfach erklärt

Rioy ist ein Geschmacksdefekt, der medizinisch oder nach Jod schmeckt – wenn man ihn einmal probiert hat, vergisst man ihn nicht mehr. Er wird durch bestimmte chemische Verbindungen verursacht, die entstehen, wenn Kirschen überreif werden oder ungleichmäßig trocknen. Es ist ein ernsthafter Qualitätsdefekt.

Was bedeutet Rioy im Kaffee?

Rioy ist ein Begriff, der im Kaffeehandel – besonders in Brasilien – verwendet wird, um einen charakteristischen, medizinischen, jodähnlichen oder phenolischen Fehlgeschmack zu beschreiben. Er steht im Zusammenhang mit Überreife am Zweig oder enzymatischer Aktivität in übertrockneten Kirschen, die spezifische chemische Verbindungen produzieren, die der Tasse einen unverwechselbaren und sehr unerwünschten Charakter verleihen.

Der Name soll aus der Region Rio de Janeiro in Brasilien stammen, wo dieses Geschmacksprofil historisch mit niedrigeren Qualitäts-Lots in Verbindung gebracht wurde. Beim Cupping ist eine Rioy-Note einer der am leichtesten erkennbaren Defektgeschmäcker – eine fast desinfektionsmittelartige Qualität, die selbst bei geringer Intensität deutlich hervorsticht und ein Lot für Spezialitätenkäufer im Grunde unverkäuflich macht.

Rioy wird durch phenolische Verbindungen, darunter Guaiacol, verursacht, die sich entwickeln, wenn Kirschen ungewöhnliche Enzymaktivität während der Überreife oder schlecht kontrollierten Trocknung erfahren. Es gilt als primärer Tassen-Defekt und ist ein Grund für Herabstufung oder vollständige Ablehnung.