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Cascara

Anbau & Verarbeitung

Einfach erklärt

Cascara ist die getrocknete Haut der Kaffeekirsche. Statt kompostiert zu werden, wird sie zu einem fruchtigen, teeähnlichen Getränk mit einem sanften Koffeinschub aufgebrüht.

Was ist Cascara?

Cascara – vom spanischen Wort für „Hülse“ oder „Schale“ – ist die getrocknete Haut und das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche, die als Nebenprodukt der Nassmühlen-Verarbeitung entsteht. Wenn Kaffeekirschen in der Nassmühle entpulpt werden, werden die äußere Haut und das Fruchtfleisch entfernt und normalerweise weggeworfen oder kompostiert. Cascara entsteht, wenn dieses Material stattdessen gesammelt, getrocknet und zur Verwendung vorbereitet wird.

Die getrocknete Cascara kann als teeähnlicher Aufguss zubereitet werden – in heißem Wasser aufgegossen, ergibt sie ein leichtes, fruchtiges Getränk mit Noten von Hibiskus, Tamarinde und Hagebutte sowie einem milden Koffeingehalt, der unter dem von gebrühtem Kaffee liegt. Sie hat eine lange Tradition in Jemen, wo sie als qishr bekannt ist (oft mit Ingwer und Gewürzen zubereitet), sowie in Bolivien und Brasilien.

Im Specialty Coffee gewinnt Cascara zunehmend an Interesse – sowohl als nachhaltige Nutzung eines Verarbeitungsnebenprodukts als auch als eigenständige Produktkategorie. Für Produzenten bedeutet der Verkauf von Cascara statt der Kompostierung des Fruchtfleischs ein zusätzliches Einkommen aus derselben Ernte. Für Käufer und Röster taucht sie immer öfter auf Menüs und in Produktangeboten als Alternative zu traditionellen Kaffeegetränken auf. In der EU wurde Cascara 2022 als neuartiges Lebensmittel zugelassen, was den Weg für eine breitere kommerzielle Entwicklung auf europäischen Märkten geöffnet hat.