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Mindestpreis

Nachhaltigkeit & Ethik

Einfach erklärt

Ein Mindestpreis ist ein garantierter Mindestpreis für Kaffee. Ohne ihn verlieren Bauern bei jedem Erntezyklus Geld, wenn die Märkte unter die Kosten für den Kaffeeanbau fallen.

Was ist eine Preisuntergrenze im Kaffeehandel?

Eine Preisuntergrenze ist ein Mindestpreisniveau, das durch Vereinbarung oder Zertifizierung festgelegt wird – unter dem der Kaffee unabhängig von den Marktbedingungen nicht verkauft werden darf. Die bekannteste Preisuntergrenze im Kaffee ist der Fairtrade-Mindestpreis, der zertifizierten Produzenten einen Mindestpreis garantiert, wenn der C-Markt darunter fällt. Einige Direkthandel- und Relationship-Sourcing-Vereinbarungen beinhalten informelle oder formelle Preisuntergrenzen als Teil ihrer Handelsbedingungen.

Die Begründung ist einfach: Kaffeeproduktion verursacht echte Kosten – Arbeit, Betriebsmittel, Verarbeitung, Lebenshaltungskosten – und wenn die C-Markt-Preise unter diese Kosten fallen, verlieren die Bauern bei jeder Ernte Geld. Ohne eine Preisuntergrenze können anhaltend niedrige Märkte die Bauern aus der Produktion drängen, Bäume durch Unterinvestitionen schädigen und landwirtschaftliche Gemeinschaften zerstören. Der C-Markt-Crash 2018-19, bei dem die Preise unter 1 $/lb fielen – weit unter den Produktionskosten in den meisten Anbauländern – zeigte die Risiken deutlich.

Eine sinnvolle Preisuntergrenze muss auf oder über den Produktionskosten liegen, um echte Wirkung zu erzielen. Kritiker des Fairtrade-Mindestpreises weisen darauf hin, dass dieser in bestimmten Zeiträumen auf oder unter dem Marktniveau festgesetzt wurde, was ihn wirkungslos macht. Einige Spezialitätenimporteure und Röster veröffentlichen ihr eigenes Bekenntnis zu Preisuntergrenzen – sie erklären, dass sie unabhängig von den Bewegungen des C-Markts nicht unter einem definierten Mindestpreis pro Pfund zahlen werden – als Teil ihrer Transparenz im Sourcing.