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Pyrazine

Rösten

Einfach erklärt

Pyrazine sind die Verbindungen, die den charakteristischen gerösteten, nussigen Geruch von Kaffee erzeugen. Sie entstehen während des Röstens durch die Maillard-Reaktion und sind bei dunkleren Röstungen stärker ausgeprägt.

Was sind Pyrazine im Kaffee?

Pyrazine sind eine Familie stickstoffhaltiger aromatischer Verbindungen, die hauptsächlich durch die Maillard-Reaktion und Strecker-Abbau während der Kaffeeröstung entstehen. Sie gehören zu den charakteristischsten flüchtigen Verbindungen im gerösteten Kaffee und sind verantwortlich für die nussigen, gerösteten, erdigen und getreideartigen Aromennoten, die mit dem typischen Geruch von Kaffee verbunden sind.

Pyrazine entstehen, wenn Zucker und Aminosäuren unter Hitzeeinwirkung reagieren – ein Teil der komplexen Reaktionskaskade, die Rohkaffee in seine geröstete Form verwandelt. Verschiedene Pyrazin-Strukturen erzeugen unterschiedliche spezifische Aromen: Methylpyrazin trägt zu einer nussigen, gerösteten Qualität bei; 2,3-Dimethylpyrazin wird mit Kakao und Schokolade assoziiert; 2,5-Dimethylpyrazin mit Haselnuss; Trimethylpyrazin mit einem stärker gerösteten, erdigen Charakter.

Die Konzentration von Pyrazinen im gerösteten Kaffee steigt mit dem Röstgrad – dunklere Röstungen zeigen typischerweise ein stärker pyrazin-dominiertes Aromaprofil, was ein Grund dafür ist, dass dunkle Röstungen intensiv geröstet und nussig riechen, während helle Röstungen eher blumig und fruchtig sind. Pyrazine sind auch für den Großteil des „frisch geröstet“-Dufts verantwortlich, der aus einem Röster oder einer frisch geöffneten Kaffeesacktasche entweicht. Da sie relativ stabile flüchtige Verbindungen sind, bleiben sie im aufgebrühten Kaffee länger erhalten als einige der empfindlicheren blumigen Aromen, die helle Röstprofile auszeichnen.