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Kartoffelmakel

Anbau & Verarbeitung

Einfach erklärt

Der Kartoffel-Defekt lässt Kaffee nach roher Kartoffel schmecken. Er wird durch einen Käfer verursacht, der die Kirsche durchsticht, und eine einzige betroffene Bohne kann eine ganze Tasse verderben.

Was ist der Kartoffel-Defekt im Kaffee?

Der Kartoffel-Defekt ist ein berüchtigtes Qualitätsproblem, das in Rohkaffee aus Teilen Ostafrikas vorkommt – insbesondere in Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo. Er verursacht einen scharfen, unverwechselbaren rohen Kartoffelgeruch und -geschmack im aufgebrühten Kaffee, selbst wenn nur eine einzelne betroffene Bohne in einer Charge vorhanden ist.

Der Defekt wird durch den Coffee Berry Borer oder eine verwandte Antestia-Käferart verursacht – genauer gesagt durch das Bakterium Pantoea agglomerans, das beim Einstich des Insekts in die Kaffeekirsche eingeführt wird. Die Bakterien produzieren Isopropylmethoxypyrazin, denselben Stoff, der für den Geruch roher Kartoffeln verantwortlich ist. Dieser ist so flüchtig und stark, dass eine einzelne betroffene Bohne den gesamten Mahlgrad kontaminieren kann.

Derzeit gibt es keine zuverlässige Möglichkeit, eine Bohne mit Kartoffel-Defekt vor dem Rösten visuell zu erkennen – die Verbindung ist farblos und die Bohne sieht von außen normal aus. Das macht den Defekt besonders problematisch bei Espresso, wo eine einzelne Bohne einen ganzen Shot verderben kann. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf Schädlingsbekämpfung am Ursprung (Reduzierung der Antestia-Käferpopulationen) und manuelle Entfernung beschädigter Kirschen bei der Anlieferung. Einige ostafrikanische Chargen werden mit einem Hinweis auf den Kartoffel-Defekt verkauft – eine Ehrlichkeit, die erfahrene Käufer schätzen.