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Fermentationszeit

Anbau & Verarbeitung

Einfach erklärt

Die Fermentationszeit ist eine der wichtigsten Variablen, die ein Verarbeiter kontrolliert. Lässt man den Kaffee zu lange liegen, schmeckt er sauer und nach Essig; zieht man ihn zu früh heraus, lässt sich das Fruchtfleisch nicht vollständig entfernen. Erfahrene Produzenten beurteilen die Bohnen durch Tasten – und manchmal auch den pH-Wert –, um den richtigen Moment zu erkennen.

Was ist Fermentierungszeit bei der Kaffeeverarbeitung?

Die Fermentierungszeit ist die Dauer, die der Kaffee in der Fermentierungsphase verbringt, bevor er gewaschen oder zum Trocknen gebracht wird. Bei gewaschenem Kaffee in Tanks sind das typischerweise 12–72 Stunden – das Zeitfenster, in dem das Fruchtfleisch (Mucilage) abgebaut wird und geschmacksaktive Verbindungen entstehen.

Wenn man es richtig macht, verleiht die Fermentierung Helligkeit, Komplexität und Süße. Wenn man es in beide Richtungen falsch macht, sind die Ergebnisse offensichtlich: Unterfermentierung hinterlässt Fruchtfleisch, das sich nicht sauber abwaschen lässt; Überfermentierung erzeugt saure, essigartige oder phenolische Fehlgeschmäcker, die später nur schwer zu entfernen sind.

Erfahrene Verarbeiter beurteilen die Fermentierung direkt – indem sie mit der Hand durch den Tank fahren und fühlen, ob sich das Fruchtfleisch sauber vom Pergament löst. Die Temperatur ist die am genauesten beobachtete Variable: Ein Tank bei 30°C ist in der Hälfte der Zeit fertig wie einer bei 15°C. Deshalb ist die Höhe so wichtig – kühlere Hochlandbedingungen erlauben eine längere, langsamere Fermentierung, die tendenziell nuanciertere Ergebnisse liefert.