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Strecker-Abbau

Rösten

Einfach erklärt

Die Strecker-Degradation ist eine chemische Reaktion, die beim Rösten stattfindet und einige der stärksten aromatischen Verbindungen im Kaffee erzeugt. Sie wirkt zusammen mit der Maillard-Reaktion und der Karamellisierung, um den komplexen Geruch von geröstetem Kaffee zu erzeugen.

Was ist Strecker-Abbau bei der Kaffeeröstung?

Der Strecker-Abbau ist eine chemische Reaktion, die während der Kaffeeröstung stattfindet, bei der Alpha-Aminosäuren mit Carbonylverbindungen (die durch die Maillard-Reaktion entstehen) reagieren und Aldehyde sowie Alpha-Aminoketone bilden. Diese Strecker-Aldehyde gehören zu den stärksten und wichtigsten Aromastoffen im gerösteten Kaffee – obwohl sie nur in winzigen Konzentrationen vorkommen, tragen sie wesentlich zum charakteristischen Geruch von frisch geröstetem Kaffee bei.

Die Reaktion ist nach dem deutschen Chemiker Adolph Strecker benannt, der sie im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Bei der Kaffeeröstung läuft sie parallel und nach der Maillard-Reaktion ab und nutzt deren Produkte als Ausgangsstoffe. Jede Aminosäure erzeugt ein charakteristisches Strecker-Aldehyd: Methionin produziert Methional (Kartoffel, gekochtes Gemüse), Phenylalanin produziert Phenylacetaldehyd (Honig, Rose), Leucin produziert Isovaleraldehyd (Malz, Schokolade).

Der Strecker-Abbau ist eine der drei Hauptreaktionen, die beim Kaffeerösten Aromen erzeugen – neben der Maillard-Reaktion und der Karamellisierung. Zusammen wandeln diese drei Prozesse, die durch Hitze angetrieben werden und nacheinander sowie parallel ablaufen, die weitgehend geruchlosen Vorstufen im Rohkaffee in die hunderten flüchtigen Verbindungen um, die für das Aroma von geröstetem Kaffee verantwortlich sind. Das Verständnis, dass der Strecker-Abbau auf Maillard-Produkten aufbaut, erklärt, warum die Entwicklungszeit beim Rösten wichtig ist: Eine längere Zeit in der Entwicklungsphase ermöglicht vollständigere Strecker-Reaktionen und eine intensivere Aromabildung.